Anträge auf der Herbst-DV 2016

Übersicht

Antrag 1: Krisen und Notfallmanagement

Antragsteller

Achim Oswald (Bildungsreferent / Leitung Team K+N)

Antragsgegenstand

Fortschreibung des Konzeptes Krisen- und Notfallmanagement

Die Diözesanversammlung möge beschließen:

Das 2014 beschlossene Konzept K+N wird mit seinen aktuellen Fortschreibungen beschlossen und soll in der Form künftig im DV Freiburg umgesetzt werden. Siehe Konzept K+N vom 10-2016 in der Anlage.

Zudem sollen weitere Fortschreibungen vom Team K+N direkt eingefügt werden können. Das Team K+N berichtet im jährlichen Rechenschaftsbericht auch zu solchen Fortschreibungen.

Begründung

Seit 1 1/2 Jahren wird das Krisen- und Notfallmanagement im DV Freiburg aufgebaut. Zu den Erfolgen und Schwierigkeiten wird im Rechenschaftsbericht nun das zweite Jahr berichtet. In der Praxis zeigt sich, dass es Dinge gibt, die noch nicht bedacht waren und die konzeptionell erfasst werden müssen.

Insbesondere in der Implementierungsphase ist dies üblich. Konkret wurden dem Konzept Kapitel zu den Themen Mitgliedergewinnung und Dokumentation hinzugefügt. An verschiedenen Punkten gab es kleine Anpassungen. Da das Konzept K+N von der DV beschlossen wurde liegt hier auch die Zuständigkeit dies anzupassen. Die AG legt das Konzept mit den Fortschreibungen zur Beschlussfassung vor, um die aktuellen Themen einzufügen.

Es ist zu erwarten, dass es in den nächsten Jahren weitere Fortschreibungen geben wird, denn das Arbeitsfeld ist sehr komplex und die Arbeit im Team K+N steht noch am Anfang. Es wäre für alle Seiten eine Vereinfachung, wenn neue Entwicklungen direkt im Konzept aufgenommen werden können. Damit könnte man auf neue Erkenntnisse direkt reagieren und nicht nur bei DVs. Außerdem ersparen wir der DV sich regelmäßig mit Anträgen zum K+N befassen zu müssen. Trotzdem bleibt die Versammlung auf dem Laufenden, da auch das Team K+N jährlich Rechenschaft ablegt und hier insbesondere Veränderungen im Konzept ausweisen muss. Sollten dann Korrekturen notwendig sein, könnten die von der DV eingefordert werden, da der ursprüngliche Beschluss hier lag und die DV damit auch die abschließende Kontrolle behält.

Konzept Krisen- und Notfallmanagement im DPSG DV Freiburg

Stand 30.10.2016

Präambel

Die roten Passagen sind die Änderungen zum Konzept Stand 04-2015

… und wenn doch mal was passiert? Dann wissen viele Verantwortliche in der Jugendarbeit nicht weiter, kommen an ihre Grenzen und können eskalierende Notfälle nicht mehr bewältigen.

Das Ziel in der Jugendarbeit ist, tolle Unternehmen und Projekte auf die Beine stellen, diese verantwortungsbewusst zu planen, die Risiken zu minimieren und dann zu hoffen dass alles glatt läuft und nichts Schlimmeres passiert. In der Regel ist das auch so.

Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass es auch mal anders ausgehen kann. Leider treten manchmal auch Krisen- und Notfälle ein, die man nicht beabsichtigt hatte, die man nicht verhindern konnte, die man nicht voraussehen konnte. Dabei geht es erst mal nicht um die Schuldfrage, sondern nur darum,  wie beruhige ich die Situation so schnell wie möglich ohne dass weitere Personen zu Schaden kommen. Natürlich ist es auch sinnvoll im Vorfeld so zu planen, dass möglichst wenig aus dem Ruder laufen kann und dass man auf etwaige Notfälle bestmöglichst vorbereitet ist.

Auf dem Diözesanlager „Scoutside 2013 – Gemeinsam die Welt gestalten“ ist genau dies eingetroffen. Ein schwerer Sturm hat am 04.08.2013 das gesamte Lager verwüstet. Dank eines guten Notfallmanagements konnten alle Teilnehmer an einen sicheren Ort evakuiert werden. Es gab keine schwereren Verletzten und nur Sachschäden. Trotz weiterer notwendiger Evakuierungen konnte das Lager zu Ende geführt werden. Aber die Frage blieb: was können wir tun, um noch besser vorbereitet zu sein und das möglichst allen Gruppierungen im DV Freiburg nutzbar zu machen.

So haben die Mitglieder der Herbst-Diözesanversammlung 2013 der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) im Diözesanverband Freiburg beschlossen, eine Arbeitsgruppe zu beauftragen, die ein umfassendes Konzept zum Krisen- und Notfallmanagement erarbeitet.

Verantwortlich steht der Diözesanverband Freiburg hinter den Angeboten des Krisen- und Notfallmanagements.

Wir wollen Leiter ausbilden, Arbeitshilfen anbieten und im Ernstfall auch beraten und ggf. vor Ort unterstützen. Allerdings soll das in der Umsetzung von qualifizierten Ehrenamtlichen und nicht von Hauptberuflichen getragen werden. So können wir die Angebote nicht durchgängig garantieren, so dass wir jede Haftung ausschließen müssen. Ebenso können wir keine verbindliche Rechtsberatung anbieten. Für Anregungen zur Weiterentwicklung des Konzeptes sind wir interessiert und offen.

Angebote gibt es in vier Bereichen:

  • Telefon-Hotline
  • Rückfallebene
  • Checklisten
  • Schulungsbaustein

Unser Anliegen ist es, dass sich möglichst viele Leiter mit dem Thema beschäftigt haben. Natürlich soll Krisen- und Notfallmanagement dann wieder in den Hintergrund treten, aber immer einsatzbereit sein. Schließlich sollen die Angebote der DPSG weiterhin von Begeisterung, Abenteuer und Lebensfreude geprägt sein. Aber wenn doch mal was passiert …. dann sind wir vorbereitet.

Die AG Krisen und Notfallmanagement

Ziele und Zielgruppe

In Krisen und Notfällen sollen verbandliche Gruppen der DPSG DV Freiburg eine angemessene und umfassende Hilfe erhalten. Dafür gibt es  eine Notfallhotline und im Bedarfsfall eine Rückfallebene.

Neben den Akuthilfen gibt es auch Angebote zur Prävention in Form von Checklisten, einem Schulungsbaustein und Beratung im Vorfeld von Aktionen.

Das gesamte Angebot soll bei allen Leitern und Verantwortlichen im Diözesanverband beworben  werden (z.B. in der Modulausbildung, durch Infos an die Vorstände, Platzierung auf den Internetseiten des Diözesanverbandes, auf der Homepage des Bundesverbandes, …).

Die Angebote des Krisen- und Notfallmanagements der DPSG im Diözesanverband Freiburg richten sich an alle Gruppierungen im Diözesangebiet: an Wölflingsmeuten, Jungtrupps, Pfaditrupps, Roverrunden, Leiterrunden, Stämme, Bezirke und diözesane Veranstaltungen. Von Gruppenstunden über Hüttenwochenenden bis zu großen Zeltlagern.

  • Telefon-Hotline: die Nummer sollte jedem Leiter und Verantwortlichen im DV Freiburg bekannt sein, denn Notfälle passieren nicht nur auf Großveranstaltungen. An der Hotline erhält man eine erste Beratung. Gemeinsam wird beurteilt was zu tun ist und ob es über die Beratung hinaus weitere Hilfen erfordert.
  • Rückfallebene: Wenn es notwendig wird, kann aus der Beratung an der Hotline eine umfassende Hilfe mit mehreren Helfern in einer Rückfallebene entstehen. Dazu gehört auch die Möglichkeit einer Nachbetreuung in der Zeit nach einem Notfall. Auch das können alle Gruppierungen im DV Freiburg in Anspruch nehmen.
  • Checklisten: Auf der Homepage der DPSG im DV Freiburg gibt es eine Seite mit verschiedensten Checklisten für verschiedene Veranstaltungen und Themen. Diese Seite ist öffentlich zugänglich.
  • Schulungsbaustein: Den modularen Schulungsbaustein können Leitungsteams, Leiterrunden, StaVo-Stammtische, Stammesleiterschulungen, Bezirkskurse, AKs, Vorbereitungsteams, usw. anfordern. Auf Diözesanebene gibt es ein Team von Krisenmanagern, die nach Rücksprache vor Ort die Schulung durchführen.

Präventionsverständnis

Primäre Prävention – Vor einem möglichen Ereignis

Mit einer guten Leiterausbildung, mit Notfallplänen mit einer guten Risikobewertung oder mit dem Einrichten einer Rückfallebene kann man Unfällen und deren Auswirkungen gut vorbeugen. Viele Notfallsituationen treten dank solcher Vorsichtsmaßnahmen erst gar nicht ein. Dieses Konzept sieht in dem Bereich explizit den Schulungsbaustein und die Checklisten vor.

Sekundäre Prävention: Akuthilfe

Hier sind Maßnahmen gemeint, die der unmittelbaren Notfallhilfe in einer Krise angehören. Diese Maßnahmen greifen, wenn ein Ereignis schon eingetreten oder nicht mehr vermeidbar ist, aber die Auswirkungen noch verhindert oder zumindest abgeschwächt werden können. Dazu gehören erste Hilfe,

Evakuierung oder Krisenkommunikation mit Angehörigen oder Presse. Die Akutphase endet nicht immer wenn die professionellen Hilfsdienste gehen. Dieses Konzept bietet hier insbesondere die Notfall Hotline und die Rückfallebene an.

Tertiäre Prävention: Nachsorge nach dem Notfall

Wenn ein Ereignis vorbei ist, können trotzdem noch weitere Folgen eintreten. Um diese langfristig abzumildern und den Schaden für Menschen und Organisation zu begrenzen, greifen Maßnahmen der tertiären Prävention. Das kann ebenso eine psychologische Nachbetreuung sein wie eine Gedenkfeier zum Jahrestag, die Reflexion der Krisen mit den Gruppe, oder Erarbeitung von Standards zur Verhinderung vergleichbarer Ereignisse. Dies kann vom Team Krisen- und Notfallmanagement in Kooperation mit der betroffenen Gruppierung erfolgen. Zur Nachsorge können aber auch  therapeutische und professionelle Hilfen gehören, die nicht mehr in der Verantwortung des Team K+N angeboten werden.

Konzept Telefonhotline

Die Hotline soll 365 Tage im Jahr zur Verfügung stehen. Die Anrufe werden an die privaten Handys der Mitarbeiter der erste Ebene (siehe Konzept Rückfallebene) weitergeleitet.

Im Akutfall ist die Rettungskette zuerst in Gang zu setzen. Das Krisen- und Notfallteam ersetzt die Rettungskette, bzw. die professionellen Hilfsdienste nicht.

Für die Telefonhotline gibt es keinen Bereitschaftsdienst mit Dienstplan. Das ist mit ehrenamtlichen Kräften kaum verlässlich zu realisieren. Stattdessen klingelt die Hotline bei der Leitstelle des Deutschen Roten Kreuzes in Heidelberg. Von dort werden dann nacheinander die Handys der Mitarbeiter der ersten Ebene angerufen. Dadurch entsteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass einer den Anruf entgegennehmen kann. Diese Gruppe ist nicht zu groß gewählt, damit keine Verantwortungsdiffusion aufkommt.

So erwarten wir die höchstmögliche Erreichbarkeit, die mit Ehrenamtlichen, die in ihren Berufen und anderen privaten Verpflichtungen stecken, erreicht werden kann.

Die technische Umsetzung wird regelmäßig mit Übungsanrufen getestet und optimal angepasst. Etwaige Kosten für die technische Ausstattung trägt der Diözesanverband. Die Krisenmanager an der Hotline nutzen ihre privaten Handys.

Wenn ein Anruf von der Notfallnummer auf das Handy eines Notfallmanagers weitergeleitet wird, dann soll dies auf dem Handy erkennbar sein.

Eine Hauptaufgabe an der Hotline ist es, die Situation zu erfassen, zu beraten und bei Bedarf ein Hilfe- Netzwerk zu schaffen, das im Hintergrund oder vor Ort schnell zum Einsatz kommen kann.

Die Mitarbeiter der ersten Ebene werden gesondert geschult und erhalten einen Telefonleitfaden, anhand dessen sie die Situation schnell um umfassend erfassen und adäquat reagieren können.

Die Aufgaben der Notfallmanager sind: Ruhe bewahren und Ruhe vermitteln, Kontakte weitergeben, Begleiten und gemeinsam überlegen, was die nächsten Schritte sind (z.B. Sofortmaßnahmen, Beruhigung der Betroffenen, Elterninfo, Pressearbeit, Behördenkontakt, Netzwerke schaffen, …).

Krisenmanager in der ersten Ebene treffen eigenverantwortliche Entscheidungen und haben einen finanziellen Handlungspielraum, der vom Diözesanvorstand festgelegt wird.

Eine Vorabanmeldung für Veranstaltungen ist keine Pflicht aber wünschenswert. Eine Anmeldung ist über die diözesane Homepage an die Leitung des K+N Team möglich.

Konzept Rückfallebene

Erste Ebene: Team aus 5-10 Personen, die Anfragen an der Hotline entgegen nehmen und entscheiden, was die nächsten Schritten sind und wer informiert werden muss.

Zweite Ebene: Experten, die bei Bedarf von der ersten Ebene angefragt werden bzw. an die der Ratsuchende weiter vermittelt werden kann. Diese Experten werden auf einer Liste gesondert gesammelt und der ersten Ebene zur Verfügung gestellt (z.B. betroffene StaVos und BeVos, Verantwortliche Personen in der Pfarrgemeinde. …).

Die Qualifizierung aller Notfallmanager gibt es in Form von Weiterbildungen bzw. Ausbildung, eventuell auch durch eine externe Stelle. In der Regel bringen die Krisenmanager einschlägig berufliche Qualifikationen mit.

Entstehende Unkosten können über den Diözesanverband gemäß den diözesanen Finanzvereinbarungen abgerechnet werden.

Im Notfall kann die Leitung einer hilfesuchenden Gruppe die Verantwortung vor Ort an den Notfallmanager der Rückfallebene übergeben.

Das Haftpflichtrisiko verbleibt jeweils beim Veranstalter, der um die Beratung bei der Hotline oder der Unterstützung der Rückfallebene angefragt hat. Für alle Veranstaltungen aller Gruppen der DPSG Freiburg gibt es eine Veranstalterhaftpflichtversicherung des Erzbistums Freiburg und der DPSG Versicherung Ecclesia. Die Mitarbeiter der Hotline und der Rückfallebene arbeiten dann im Auftrag der hilfeersuchenden Gruppe.

Bei größeren Veranstaltungen ist  eine zusätzliche Veranstalterhaftpflichtversicherung abzuschließen.

Für Kooperationen im BDKJ oder RdP muss zuvor ein Kooperationsvertrag erstellt werden, der auch die Haftungsfrage klärt.

Konzept Checklisten

Es sind verschiedenste Checklisten für unterschiedlichste Themen, Veranstaltungen und Dimensionen verfügbar. Gruppenverantwortliche können mit diesen Checklisten ganz unkompliziert ihre eigene Notfallplanung erstellen. Dafür werden die Checklisten auf der Homepage des Diözesanverbandes angeboten.

Auf der Diözesanhomepage gibt es eine eigene Seite für das Krisen und Notfallmanagement, auf der die Checklisten, die Nummer der Notfall-Hotline, ein Anmeldeformular für die Vorabmeldung von Veranstaltungen und weitere Downloads abrufbar sind.

Die Checklisten sollen für Leiter zur Prävention von Notfällen und Vorbereitung von Lager, Gruppenstunden und Veranstaltungen dienen.

Die Weiterentwicklung der Checklisten ist erwünscht. Verbesserungsvorschläge von den Nutzern und Interessierten sind willkommen.

Fragen, Anregungen, Ergänzungen und Kritik können direkt an den ed.gr1493256264ubier1493256264f-gsp1493256264d@lla1493256264ftond1493256264nuesi1493256264rk1493256264 geschickt werden.

Beratung zur Notfallplanung kann über ed.gr1493256264ubier1493256264f-gsp1493256264d@lla1493256264ftond1493256264nuesi1493256264rk1493256264 oder das Diözesanbüro erbeten werden.

Konzept Schulungsbaustein

Es existiert ein modularer Schulungsbaustein, der auf Anfrage vor Ort in Leiterrunden, bei Leiterrschulungen oder bei StaVo –Treffen durchgeführt werden kann. Dazu gibt es auf Diözesanebene einen Pool an Krisenmanagern, die nach Rücksprache den Schulungsbaustein anbieten. Einige konkrete Inhalte sind:

  • Verschiedene Szenarien von Krisen und Notfällen
  • Screening: wer / welche Personen und Gruppen sind betroffen
  • Präventionsformen: primär, sekundär, tertiär
  • Durchspielen eines Szenarios
  • Wie gehen Kinder und Jugendliche mit Tod und Trauer um
  • Vernetzung (Anlaufstellen vor Ort)
  • Verhaltensregeln im Notfall

Je nach möglichem Zeitrahmen kann der Baustein von einer Stunde bis drei Stunden dauern. Weitere Details und den kompletten Ablauf gibt es im Ablaufplan des Schulungsbausteins.

Ausrüstung

Das Team Krisen- und Notfallmanagement kann sich in Rücksprache mit dem Diözesanvorstand mit der nötigen Ausrüstung ausstatten.

Die Handys der Mitarbeiter der ersten Ebene sind die privaten Handys der Personen.

Aus- und Fortbildung für das Krisen- und Notfallteam

Die Krisenmanager werden in Verantwortung des Krisen- und Notfallteams aus und weitergebildet. Für die Teamer des Schulungsbausteines gibt es eine eigene interne Ausbildung.

Auch externe, fachlich qualifizierende Fortbildungen sind in Rücksprache mit dem Diözesanvorstand und im vernünftigen finanziellen Rahmen möglich.

Die Kosten werden gemäß den diözesanen Finanzvereinbarungen getragen.

Evaluation und Weiterentwicklung

Das Krisen- und Notfallteam trifft sich mindestens ein Mal jährlich zur Auswertung der Einsätze und Weiterentwicklung des Konzeptes, des Schulungsbausteines und der Checklisten.

Die hilfesuchenden Gruppen, bzw. Personen geben nach jeder Beratung eine Rückmeldung, die in die Weiterentwicklung einfließt. Die Fragen werden von Krisen- und Notfallteam gestellt.

Das Team oder der einzelne Berater geben intern nach jedem Einsatz einen Bericht / Dokumentation / Aktennotiz ab.

Die Dokumentationen von Notfällen werden im Diözesanbüro nur auf Papier abgelegt. So ist zu einem späteren Zeitpunkt eine Überprüfung der Vorgänge möglich. Eine digitale Ablage wird nicht angestrebt, da hier die Gefahr einer versehentlichen Offenlegung der Dokumentation durch versehentliche Datenkopien oder unbeabsichtigten Zugang zu Festplatten stark erhöht ist. Die Vorgänge bei Notfällen unterliegen in hohem Maß dem Datenschutz. Nach der Vollendung einer Dokumentation erfolgt die Ablage auf Papier und die Löschung des digitalen Dokumentes.

Der Dokumentationsordner wird in einem abschließbaren Schrank im Diözesanbüro aufbewahrt. Berichte über Notfälle außerhalb des Teams K+N müssen immer anonymisiert und ohne Details erfolgen. Berichte können zum fachlichen Austausch oder im Rahmen des jährlichen Rechenschaftsberichtes erforderlich sein.

Die Checklisten und Dokumente werden beim jährlichen Treffen überarbeitet und ggf. angepasst. Das vorliegende Konzept soll weiterentwickelt werden. Einfließen sollen fachliche Faktoren und Erkenntnisse aus der laufenden Arbeit. Die Änderungen im Konzept werden vom Team K+N eingefügt und beim jährlichen Rechenschaftsbericht benannt. Die Diözesanversammlung kann Änderungen ablehnen. Letztverantwortlich bleibt der Diözesanvorstand und die beschlussfassende Versammlung.

Das Profil, die Ausbildung und die Akquise der Notfallmanager

Das Team Krisen- und Notfallmanagement ist für sie Suche nach neuen Mitgliedern zuständig. MitarbeiterInnen im Team K+N benötigen besondere Fähigkeiten. Anders als im üblichen Verbandsalltag kommen diese MitarbeiterInnen vor allem in Krisen und im Umgang mit einer äußerst schwierigen und belastenden Thematik zum Einsatz. Das erfordert Erfahrung, Fingerspitzengefühl und ein besonderes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Im Notfall muss die Zusammenarbeit im Team schnell und unkompliziert funktionieren. Und das ohne regelmäßige Realtreffen zum Team Building. Dies geschieht beim Jahresauswertungstreffen und bei internen Schulungen. Deshalb liegt im Bereich Mitgliedergewinnung der Fokus auf Kompetenz und Teampassung und wird im Team entschieden.

Interessenten können nur nach einer längeren Schnupperphase fest aufgenommen werden. In der Regel werden neue Mitglieder teamintern vorgeschlagen.

Neue Mitarbeiter bringen im Idealfall eine einschlägige Qualifizierung mit. Wer dies nicht vorweisen kann lässt sich zeitnah fortbilden.

Organisation des Teams

Die organisatorische Leitung des Teams im laufenden Jahr obliegt einem der hauptberuflichen Bildungsreferenten. In die Leitung des Team K+N ist die Finanzverantwortung mit eingeschlossen. Gemäß den Finanzvereinbarungen zeichnet die Leitung Ausgaben und Abrechnungen „sachlich.“ Die Leitung im Krisenfall übernimmt der erfahrenste verfügbare Krisenmanager nach Absprache.

Das Team hat den Status einer diözesanen fest eingerichteten AG und unterliegt den üblichen Regelungen (z.B. der Finanzvereinbarungen).

Alle Mitarbeiter werden im Diözesanbüro angemeldet und vom Vorstand berufen.

Beschlossen: Bergach, den 25.04.2015

Geändert: Freiburg, den 26.11.2016

Foto: Sebastian Kuß, CC BY-NC 3.0

Foto: Sebastian Kuß, CC BY-NC 3.0


Antrag 2: Alkoholfreie Diözesanveranstaltungen

Antrag an die
DPSG Herbst-Diözesanversammlung 2016

Antragsteller

  • Jasmin Bernstein, Diözesanvorsitzende
  • Christian Müller, Diözesankurat

Antragsgegenstand

Alkoholfreie Diözesanveranstaltungen
Die Diözesanversammlung möge beschließen:

Bei Großveranstaltungen, die vom Diözesanverband Freiburg organisiert und durchgeführt werden, werden künftig keine  alkoholhaltigen Getränke  mehr angeboten.

Begründung

Das Suchtpotential und die Auswirkungen von Alkohol auf die Reifung des Gehirns werden häufig unterschätzt. Man geht davon aus, dass die Reifung des Gehirns etwa bis zum 21. Lebensjahr dauert. Bis dahin ist Alkohol immer riskant, denn schon geringe Mengen schädigen dauerhaft Gehirnzellen und können damit die Gesundheit von Jugendlichen gefährden. Häufige Rauschzustände führen nachgewiesenermaßen zu Entwicklungsstörungen. Alkoholkonsum im Jugendalter hat Auswirkungen auf Merkfähigkeit, Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit, die nachlassen.

Auch aus diesen Gründen ziehen die meisten europäischen Jugendschutzgesetze (außer in Deutschland) die Altersgrenze für den Konsum von Alkohol bei 18 Jahren.

Als Kinder- und Jugendverband stehen wir in der Verantwortung, Jugendliche vor einem zu frühen und unguten Alkoholkonsum zu schützen. Mit Jugendlichen über den Genuss von Alkohol zu sprechen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu lernen, sind zunächst die Eltern gefordert. Ebenso kann in der Gruppe vor Ort das Thema zur Sprache kommen und sinnvoll begleitet werden.

Nachweislich sind insbesondere in Bezug auf den Umgang mit Alkohol Vorbilder von großer Bedeutung. Um durch praktische Erfahrungen einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol einzuüben, bilden Diözesanveranstaltungen nicht den geeigneten Rahmen.

Foto: Sebastian Kuß, CC BY-NC 3.0

Foto: Sebastian Kuß, CC BY-NC 3.0


Initiativantrag 1: Umgang mit Alkohol auf diözesanen Veranstaltungen

Antragsteller

  • Andreas Weidner, Referent Ökologie
  • Christian Müller, Diözesankurat
  • Dominik Tute, Kurat Jungpfadfinderstufe
  • Fabian Felbick, Referent Öffentlichkeitsarbeit
  • Falko Hoferichter, Diözesanvorsitzender
  • Hartmut Peichl, Referent für Internationales und Int. Beauftragter
  • Jasmin Bernstein, Diözesanvorsitzende
  • Marie Götz, Kuratin Roverstufe
  • Maximilian Grösche, Referent Roverstufe
  • Niklas Katzarow, Referent Ökologie
  • Philipp Schimke, Referent Wölflingsstufe
  • Till Noesselt, Referent Jungpfadfinderstufe

Antragsgegenstand

Umgang mit Alkohol auf diözesanen Veranstaltungen

Die Diözesanversammlung möge beschließen:

Ab sofort gelten folgende Richtlinien in Bezug auf den Umgang mit Alkohol bei Veranstaltungen mit Teilnehmenden, die vom Diözesanverband ausgerichtet werden:

  • Es wird weder Hartalkohol angeboten, noch mitgebrachter Hartalkohol geduldet.
  • Alkoholische Getränke werden erst nach Ende der Arbeitseinheiten ausgeschenkt.
  • Personen, die bereits vorher mit Alkohol gesehen werden, werden darauf angesprochen.
  • Wir fördern eine Kultur der Achtsamkeit und weisen Personen darauf hin, falls deren „Limit“ erreicht ist.
  • Es gibt keinen freien Zugang zu Alkohol durch geregelten Ausschank und klare vereinbarte Zeiten. Das bedeutet z. B. Barausschank beim Event (Thekendienst), Zugang durch das Küchenteam bei kleineren Veranstaltungen.
  • Als Veranstalter animieren wir unsere TN nicht zum Alkoholkonsum, z. B. durch Trinkspiele/Spiele mit Alkohol.
  • Niemand muss sich dafür rechtfertigen, kein Bier oder Wein zu trinken.
  • In konkreten Situationen handeln wir präventiv, z.B. wenn die TN von sich aus Trinkspiele / Spiele mit Alkohol spielen, nutzen wir als Veranstalter die Gelegenheit, das Thema Alkohol / Trinkspiele präventiv aufzugreifen (z.B. mit antialkoholischen Getränken mitspielen und thematisch ansprechen).
  • Die DL sensibilisiert sich für das Thema Alkohol / bildet sich fort, u.a. medizinische Aspekte, gesetzliche Grundlagen, usw.
  • Bei unseren Veranstaltungen gibt es präventive Angebote durch Plakate, Infos, Workshops etc.

Begründung

Als Kinder- und Jugendverband sehen wir uns in der Verantwortung, Jugendliche vor einem zu frühen und  unguten Alkoholkonsum zu schützen. Wir möchten in unserem Verband für Rahmenbedingungen sorgen, die es Jungendlichen ermöglicht,  über den Genuss von Alkohol zu sprechen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu lernen.

Weitere Begründung erfolgt mündlich.

Foto: Daniel Lienert

Foto: Daniel Lienert


Initiativantrag 2: Nutzung von YouTube

Antragsteller

  • Birgit Berger, Vorstand Bezirk Mannheim Bergstraße
  • Franziskus Hauth, Vorstand Bezirk Pforzheim

Antragsgegenstand

YouTube Channel

Die Diözesanversammlung möge beschließen:

sich bei der nächsten Bundesversammlung für die verstärkte Nutzung der DPSG-YouTube Channels einzusetzen.

Begründung

Wir sind ein Kinder- und Jugendverband und sollen uns daher auch der Lebenswelt der Kinder und Jugend nicht verschließen. Unserer Erfahrung nach werden Informationen oft durch die sozialen Medien ausgetauscht und erworben. Will man die DPSG bei Kindern und Jugendlichen bekannter machen, sollte man daher auf eben diese Medien zurückgreifen. Gerade YouTube Channel scheinen uns hier ein gutes Mittel.

Der bereits eingerichtete Channel sollte also stärker genutzt werden. Neue und aktuelle Beiträge könnten durch eine Ausschreibung für Gruppen generiert werden.

Werbung durch „Show it-know it-Prinzip“

Foto: Daniel Lienert

Foto: Daniel Lienert